GGV & Abrechnung

Verteilungsschlüssel in der GGV

Für Eigentümer, Betreiber und Technikplaner: Wie der Solarstrom in der Gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung (GGV) auf die Wohneinheiten aufgeteilt wird – statisch oder dynamisch.

Aktualisiert: Juli 2026 · ca. 6 Min.

Das Wichtigste in Kürze

  • • Der Verteilungsschlüssel gilt in der GGV – bei Vollversorgung meist dynamische Verbrauchsverteilung.
  • • Bilanzierung läuft trotzdem in 15-Minuten-Intervallen; der Schlüssel steuert nur die Aufteilungsregel.
  • • Statisch = planbar; dynamisch = näher am tatsächlichen Verbrauch zur PV-Zeit.

Was ist ein Verteilungsschlüssel?

In jedem Intervall steht eine Menge PV-Strom zur Verteilung bereit. Der Schlüssel legt fest, wie diese Menge auf teilnehmende Parteien aufgeteilt wird – unabhängig davon, ob physisch gerade „wer zieht“. Grundlage ist die intervalbasierte Bilanzierung.

Statisch: gleiche Anteile

Jede Partei erhält den gleichen Anteil am verfügbaren Solarstrom – z. B. 1/10 pro Wohneinheit, unabhängig vom Momentanverbrauch.

Vorteil: einfach erklärbar, planbare Solarquote. Nachteil: wer tagsüber wenig verbraucht, „verschenkt“ anteilig Solar an andere (bilanziell).

Dynamisch: nach Verbrauch

Der Solarstrom wird proportional zum Verbrauch der Teilnehmer im Intervall verteilt. Wer in der Sonnenstunde mehr bezieht, erhält mehr Solar-kWh auf der Abrechnung.

Zahlenbeispiel (10 Parteien, 1 Intervall)

Annahme: 10 kWh PV-Erzeugung, 8 kWh Gesamtbezug der Teilnehmer → 2 kWh Überschuss (Einspeisung). Verteilbar sind 8 kWh Solar.

Statisch (je 1/10)

1.0 kWh Solar

pro Partei – auch wenn Verbrauch = 0 kWh

Dynamisch (nach Verbrauch)

ParteiBezugSolar
A3 kWh3.00 kWh
B2 kWh2.00 kWh
C1.5 kWh1.50 kWh
D1 kWh1.00 kWh
E0.5 kWh0.50 kWh
F–J0 kWh0 kWh

Vereinfachtes Lehrbeispiel. In der Praxis begrenzt die Bilanzierung Solar pro Partei oft auf den Ist-Verbrauch im Intervall.

Welcher Schlüssel passt?

  • Statisch: gleich große Wohnungen, Wunsch nach Fairness „jeder gleich viel Solar“
  • Dynamisch: unterschiedliche Lastprofile (Homeoffice, Wärmepumpe), maximale physische Nutzung
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