Wissen/Was ist Mieterstrom?
Zurück zur Übersicht
Grundlagen

Was ist Mieterstrom?

Eine umfassende Erklärung des Mieterstrom-Modells: Wie es funktioniert, welche Vorteile es bietet und warum es für Eigentümer und Mieter gleichermaßen attraktiv ist.

📚 Lesezeit: 8 Minuten📅 Aktualisiert: März 2026

Definition

Mieterstrom ist ein Konzept, bei dem Strom aus einer Photovoltaikanlage auf dem Dach eines Wohngebäudes direkt an die Mieter geliefert wird – ohne Umweg über das öffentliche Stromnetz. Dadurch entfallen Netzentgelte, Konzessionsabgaben und weitere Umlagen, was zu günstigeren Strompreisen für die Mieter führt.

Wie funktioniert Mieterstrom?

1

Stromerzeugung

Eine PV-Anlage auf dem Gebäudedach erzeugt Solarstrom, sobald die Sonne scheint.

2

Direktlieferung

Der erzeugte Strom fließt direkt in die Wohnungen der Mieter, ohne das öffentliche Netz zu nutzen.

3

Reststromversorgung

Wenn die PV-Anlage nicht genug produziert, wird automatisch Strom aus dem Netz bezogen.

Vorteile für alle Beteiligten

Für Mieter

  • Günstigerer Strompreis durch Wegfall von Netzentgelten (typisch 10-20% Ersparnis)
  • 100% Ökostrom direkt vom eigenen Dach
  • Keine Investitionskosten oder Installationsaufwand
  • Freiwillige Teilnahme – keine Verpflichtung
  • Unabhängigkeit von steigenden Netzstrompreisen
  • Beitrag zur lokalen Energiewende

Für Eigentümer & Verwalter

  • Zusätzliche Einnahmen durch Stromverkauf an Mieter
  • Wertsteigerung der Immobilie durch nachhaltige Modernisierung
  • Attraktivität für umweltbewusste Mieter steigt
  • Erfüllung gesetzlicher Vorgaben (z.B. GEG)
  • Keine oder geringe Investitionskosten (je nach Modell)
  • Langfristige Planungssicherheit durch 20-jährige Förderung
  • Imagegewinn durch Klimaschutz-Engagement

Rechtlicher Rahmen

Mieterstrom wird in Deutschland seit 2017 durch das Mieterstromgesetz gefördert. Das Gesetz wurde entwickelt, um die dezentrale Energiewende zu fördern und Mietern den Zugang zu günstigem Solarstrom zu ermöglichen.

Wichtige Eckpunkte:

  • Mieterstromzuschlag nach § 21 Abs. 3 EEG 2021
  • Höhe abhängig von Anlagengröße und aktuellem Strompreis
  • Maximal 750 kWp Anlagenleistung pro Gebäude förderfähig
  • Mieter müssen mindestens 10% günstiger als Grundversorgung erhalten
  • Vereinfachungen durch das Solarpaket I (2024)
  • Quartierslösungen seit 2024 möglich

Wirtschaftlichkeit

Die Wirtschaftlichkeit von Mieterstrom hängt von mehreren Faktoren ab:

Positiv beeinflussend:

  • Hohe Teilnahmequote der Mieter (>70%)
  • Gute Südausrichtung des Dachs
  • Viele Wohneinheiten im Gebäude
  • Hoher Stromverbrauch der Mieter
  • Günstige Finanzierung

Herausforderungen:

  • Verschattung durch Nachbargebäude
  • Denkmalschutz-Auflagen
  • Komplexe Dachgeometrie
  • Geringe Teilnahmequote (<50%)
  • Aufwändiges Messkonzept

Abgrenzung zu anderen Modellen

Mieterstrom vs. Eigenverbrauch

Beim Eigenverbrauch nutzt der Gebäudeeigentümer den selbst erzeugten Strom für seine eigenen Zwecke (z.B. bei selbstgenutzten Immobilien). Beim Mieterstrom wird der Strom an Dritte (Mieter) geliefert, was rechtlich als Stromlieferung gilt.

Mieterstrom vs. Volleinspeisung

Bei der Volleinspeisung wird der gesamte erzeugte PV-Strom ins offentliche Netz eingespeist und verguetet. Beim Mieterstrom wird ein grosser Teil des Stroms direkt im Gebaude genutzt und an Mieter geliefert. Dadurch sinken die Stromkosten vor Ort, waehrend bei Volleinspeisung kein direkter Preisvorteil fuer Bewohner entsteht.

Interessiert an Mieterstrom für Ihr Gebäude?

Prüfen Sie unverbindlich, ob sich Mieterstrom für Ihre Immobilie lohnt. Unsere Experten beraten Sie gerne.

Passende Artikel

Vertiefen Sie das Thema mit diesen Ratgebern aus unserem Wissensbereich.